Familienaufstellungen BerlinNatalia Spurman · Prenzlauer Berg
Systeme & Methoden

Entscheidungen aufstellen: wenn der Kopf sich im Kreis dreht

Jobwechsel oder bleiben? Umziehen oder nicht? Die Beziehung fortsetzen oder beenden? Manche Fragen lassen sich mit Pro-und-Contra-Listen nicht lösen. Der Kopf dreht sich im Kreis, jedes Argument hat ein Gegenargument, und am Ende ist man erschöpfter als vorher. Hier kann es hilfreich sein, Entscheidungen aufzustellen: die Möglichkeiten nicht nur zu denken, sondern im Raum zu erleben.

Warum Grübeln oft nicht weiterhilft

Wenn wir lange über eine Entscheidung nachdenken, verarbeiten wir vor allem Argumente. Was dabei leicht untergeht, sind Gefühle, Loyalitäten und Befürchtungen, die sich nicht so einfach in Worte fassen lassen. Vielleicht fühlt sich eine Option vernünftig an, aber irgendetwas hält Sie zurück. Vielleicht spüren Sie, dass mehr auf dem Spiel steht als die Sache selbst – etwa die Erwartungen der Eltern oder die Angst, jemanden zu enttäuschen.

Hinzu kommt: Je länger wir grübeln, desto enger wird oft der Blick. Wir sehen nur noch zwei Möglichkeiten, obwohl es vielleicht mehr gibt. Oder wir warten auf eine Sicherheit, die es bei echten Lebensentscheidungen selten gibt.

Eine Aufstellung arbeitet mit genau dieser Ebene. Sie ergänzt das Nachdenken um eine körperliche und räumliche Erfahrung – nicht als Ersatz für Ihren Verstand, sondern als zusätzliche Informationsquelle.

Für welche Entscheidungen eignet sich eine Aufstellung?

Grundsätzlich lässt sich fast jede Frage aufstellen, bei der Sie innerlich festhängen. Häufige Themen sind:

  • berufliche Weichenstellungen: Stellenwechsel, Selbstständigkeit, Weiterbildung,
  • Wohnortfragen: in Berlin bleiben, zurück in die Heimat, ins Ausland gehen,
  • Beziehungsfragen: zusammenziehen, heiraten, sich trennen,
  • Familienfragen: Kinderwunsch, Pflege der Eltern, Kontakt zu Angehörigen.

Wie eine Entscheidungsaufstellung abläuft

Im Einzelsetting beginnen wir mit einem Gespräch über Ihre Frage. Dann bestimmen wir die Elemente, zum Beispiel:

  • Sie selbst,
  • Option A und Option B,
  • gegebenenfalls ein Ziel oder ein Anliegen, das hinter der Entscheidung steht,
  • manchmal auch ein „unbekanntes Element“ für das, was noch fehlt oder noch nicht sichtbar ist.

Diese Elemente werden durch Bodenanker, Kissen oder Figuren auf dem Tisch dargestellt. Sie stellen sie intuitiv in den Raum und treten dann nacheinander auf die Plätze. Wie fühlt es sich an, auf dem Platz von Option A zu stehen? Wohin zieht es Sie? Wo wird es eng, wo weit? Oft zeigen sich dabei Wahrnehmungen, die im Kopf vorher keinen Platz hatten. Mehr über die Werkzeuge erfahren Sie im Artikel Systembrett, Figuren und Bodenanker.

In der Aufstellungsarbeit gibt es auch bewährte Formen wie das Tetralemma, das von Matthias Varga von Kibéd und Insa Sparrer entwickelt wurde. Es stellt neben „das eine“ und „das andere“ auch „beides“ und „keines von beiden“ auf. Gerade diese zusätzlichen Positionen öffnen manchmal einen Weg, an den vorher niemand gedacht hat.

Ein typisches Beispiel

Das folgende Beispiel ist zusammengesetzt und beschreibt keine reale Person.

Eine Frau überlegt seit Monaten, ob sie ihre sichere Stelle kündigen und sich selbstständig machen soll. In der Aufstellung fühlt sie sich auf dem Platz der Selbstständigkeit zunächst lebendig, aber auch ängstlich. Als wir ein Element für ihren Vater hinzunehmen, der immer großen Wert auf Sicherheit gelegt hat, wird klar: Die Angst gehört zu einem Teil gar nicht zu ihr. Die Entscheidung hat sie danach nicht sofort getroffen. Aber sie konnte wieder unterscheiden, was ihre eigenen Bedenken sind und was übernommene.

Wenn hinter der Entscheidung die Familie steht

Nicht selten zeigt eine Entscheidungsaufstellung, dass die eigentliche Blockade gar nicht in der Sache liegt. Vielleicht wäre der Umzug in eine andere Stadt der erste Schritt weg von einer Mutter, die sich allein fühlt. Vielleicht würde ein beruflicher Erfolg bedeuten, die Geschwister zu „überholen“. Solche unsichtbaren Loyalitäten machen eine Entscheidung schwer, weil ein Teil von Ihnen eine ganz andere Frage beantwortet: Darf ich das überhaupt?

Wenn so etwas sichtbar wird, kann es sinnvoll sein, die Familie mit in den Blick zu nehmen – in derselben Sitzung oder später in einer Familienaufstellung. Oft reicht aber schon die Erkenntnis, um die Frage wieder freier betrachten zu können.

Was Sie erwarten können – und was nicht

Ich möchte offen und transparent sein: Eine Aufstellung nimmt Ihnen die Entscheidung nicht ab und sagt Ihnen auch nicht, was „richtig“ ist. Sie ist eine erfahrungsorientierte Methode mit begrenzter wissenschaftlicher Grundlage. Was sie bieten kann, ist ein anderer Blick: mehr Klarheit darüber, was Sie wirklich bewegt, und manchmal das Gefühl, innerlich wieder Boden unter den Füßen zu haben.

Zur Vorbereitung genügt es, Ihre Frage möglichst einfach zu formulieren und zu überlegen, welche Möglichkeiten Sie bisher sehen. Für eine Entscheidungsfrage reicht oft schon eine Sitzung von 55 Minuten. Alle Preise und Pakete finden Sie auf der Seite Kosten.

Steht bei Ihnen gerade eine Entscheidung an?
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